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Forschung und Publikationen

Musical Backstages

Die Rahmenbedingungen und Produktionsprozesse des deutschsprachigen Musicals

Neue Publikation von Jonas Menze in der Reihe "Populäre Kultur und Musik"

Entstanden am New Yorker Broadway stellt das Musical längst auch im deutschsprachigen Raum einen festen Bestandteil der Theaterlandschaft und urbaner Unterhaltungskultur dar. Dabei trifft die Gattung hierzulande auf gänzlich andere Voraussetzungen als in der überwiegend privatwirtschaftlich organisierten Theaterszene am Broadway – und auch die Traditionen des Unterhaltungstheaters divergieren. Ausgehend von einer Auswertung der Spielpläne, anhand von Werkbetrachtungen sowie auf der Grundlage von Interviews mit führenden Vertreterinnen und Vertretern der Musical-Szene werden die konstituierenden Rahmenbedingungen von Musical-Uraufführungen im deutschsprachigen Raum analysiert. Abhängigkeiten zwischen den Produktionsbedingungen, den Produktionsprozessen und der ästhetischen wie dramaturgischen Ausgestaltung der Werke stehen dabei im Mittelpunkt.

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Autoreninfo
Dr. Jonas Menze promovierte im Fachbereich Kunst-, Musik- und Tanzwissenschaft der Universität Salzburg zu den konstituierenden Rahmenbedingungen des Musicals im deutschsprachigen Raum. Seit 2016 ist er Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Begabungsforschung in der Musik (IBFM) an der Universität Paderborn.

Pressestimmen
Menze hat mit seinem Buch eines der wichtigsten Grundlagen schaffenden Bücher zur Geschichte des deutschsprachigen Musicals veröffentlicht. Ein Buch, in dem sich schon die Beschreibung der Ausgangslage so spannend liest wie ein Thriller. Zumindest für Musicalnerds. Leseempfehlung. Martin Bruny, in: musicals 12/2018, S. 91.

Bezug
über de stationären und online-Buchhandel
 

 

Repertoire des Gärtnerplatztheaters in München 1865-2015

online als PDF verfügbar

 

Das Repertoire des Gärtnerplatztheaters in München ist erschlossen. Dr. Thomas Siedhoff hat unter Verwendung der von Elke Schöninger zusammengestellten Datein ein entsprechendes Verzeichnis erstellt.

Das Deutsche Musicalarchiv dankt den Autoren und dem Gärtnerplatztheater in München, dass es hier diese Übersicht präsentieren darf.

PDF hier

 


Im weißen Rößl

Buchvorankündigung zur Tagung in Sankt Wolfgang, Österreich

 

„Bereits der Veranstaltungsort des Symposions über das Singspiel in drei Akten von Ralph Benatzky – das namensgebende Hotel Weisses Rössl in St. Wolfgang am Wolfgangsee – eröffnete einen eigenwillig intuitiven Zugang zur Thematik und (Selbst-)Referenzialität des Stückes sowie seiner Kontexte. Doch es war sicher nicht der Ort allein, welcher die erfrischend offene und produktive Diskussionskultur begünstigte, die zur Qualität der Konferenz maßgeblich beitrug.

Die gezielte Interdisziplinarität, die neue und originelle Perspektiven eröffnete, sowie die geringe Kanonisierung der Forschung zu der Operette, die eine in seltenem Maße unvoreingenommene Betrachtung jener Perspektiven erst zuließ, sind nur zwei mögliche weitere Faktoren dieser Qualität.“ So die Besprechung von Jan-Felix Wall, der dass die in der Forschung übliche Praxis „Werke der sogenannten Unterhaltungskultur auf oberflächlich populäre Aspekte zu reduzieren, ohne in die Tiefe zu blicken“ bei dieser Veranstaltung „konsequent und erfolgreich durchbrochen wurde“ (Österreichische Musikzeitschrift 04/2015, S. 102).
 

Der Symposiumsband erscheint Anfang 2016 als Band 17 der Schriftenreihe „Musik und populäre Kultur“ bei Waxmann.
 

 

Neuerscheinung


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Nils Grosch, Wolfgang Jansen (Hrsg.):
Zwischen den Stühlen. Remigration und unterhaltendes Musiktheater in den 1950er Jahren.
Münster: Waxmann 2012. Populäre Kultur und Musik, Band 5, 192 Seiten, broschiert, 29,90€.

Weitere Informationen und Bestellung



 

Tagung:

ZWISCHEN DEN STÜHLEN
REMIGRANTEN IM UNTERHALTENDEN MUSIKTHEATER DER FÜNFZIGER JAHRE



Ein Symposium des Deutschen Musicalarchivs
und der Universität der Künste Berlin/Studiengang Musical/show
28. und 29. Mai 2010

Universität der Künste (Alte Bibliothek), Hardenbergstraße 33, 10623 Berlin.


Nach 1945 kamen zahlreiche Komponisten, Autoren, Darsteller, Verleger, Produzenten, Regisseure und Sänger, die aufgrund ihrer jüdischen Herkunft oder oppositioneller Haltungen nach 1933 ins Ausland geflohen waren, wieder in den deutschen Sprachraum zurück. Sie suchten nach den Entbehrungen des Exils an ihre früheren Erfolge anzuknüpfen, fanden jedoch eine grundlegend veränderte Situation vor. Sie gerieten zwischen die Stühle.

Die Erinnerung an sie und ihre Werke war teilweise abgerissen, in den Spielstätten gab es jene Künstler und Intendanten, die aus Opportunismus oder Überzeugung im Lande geblieben waren und weitaus besser beruflich vernetzt waren als die Remigranten, darüber hinaus hatten sich die Aufführungsbedingungen gegenüber der Weimarer Zeit aufgrund der Verstaatlichungen und Bombenschäden entscheidend verschlechtert. Sie trafen zudem auf einen weiterhin bestehenden Antisemitismus, der nicht mehr so grell war wie vor 1945, doch ausreichend, um Abwehrhaltungen zu erzeugen. Dabei waren es gerade die aus den USA zurückkehrenden Emigranten gewesen, die am Broadway die Geburt der neuen, zukunftsträchtigen Form des unterhaltenden Musiktheaters erlebt hatten. Während somit auf der einen Seite an vielen Bühnen die alten Operetten, die in der NS-Zeit verboten wurden, wieder zur Aufführung kamen, gaben vielfach gerade die Remigranten die Impulse für eine Erneuerung.

Dieser Prozess durchzieht die ganzen fünfziger Jahre und prägt die Epoche. Sie ist insofern eine Phase des Übergangs zwischen der jüngsten NS-Operette, der Wiederentdeckung der ehemals verbotenen Werke und dem Aufbruch in die Moderne (dem Musical). Zu den Personen, die große Bedeutung in diesen Jahren besaßen, gehörten etwa die Remigranten Erik Charell, Marcel Prawy, Robert Stolz, Emmerich Kálmán, Friedrich Hollaender, Ralph Benatzky und Robert Gilbert und die "Gebliebenen" Fred Raymond, Nico Dostal, Günter Schwenn, Ludwig Schmidseder, Franz Grothe, Will Meisel, Lotar Olias, Hermann Hermecke, Heinz Hentschke und Friedrich Schröder. Bislang hat sich die Operettenforschung bzw. Theater- und Musikwissenschaft nur am Rande mit diesem Themenkomplex beschäftigt. Die Bedeutung liegt auf der Hand: Biographie wird zur Zeitgeschichte. Ein idealer Stoff also für das Deutsche Musicalarchiv.
 

 

Publikationen (Auswahl)

 

  • Nils Grosch: Die Rezeption des Broadwaymusicals in Deutschland: Germany’s Reception of the Broadway Musical. Hg. gemeinsam mit Elmar Juchem. Münster 2012.
  • Wolfgang Jansen: Cats & Co., Geschichte des Musicals im deutschsprachigen Theater. Berlin 2008.
  • Wolfgang Jansen: Auf der Suche nach Zukunft, Zur Situation der Operette in den ausgehenden Zwanziger Jahren. In: Nils Grosch (Hrsg.): Aspekte des modernen Musiktheaters in der Weimarer Republik. Münster 2004.
  • Wolfgang Jansen: Das Musical kommt nach Deutschland, Zur Rezeption des populären amerikanischen Musiktheaters im deutschsprachigen Feuilleton der fünfziger Jahre. In: Christiane Schlote, Peter Zenzinger (Hrsg.): New Beginnings in Twentieth-Century Theatre and Drama, Essays in Honour of Armin Geraths. CDE Studies, Band 10. Trier 2003.

 

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